Von der Produktdesignerin zur Yogalabel-Gründerin – Regina Winther von kaala: „Es ist uns wichtig, langlebige Produkte zu entwickeln.“

Maxi Knust

​Die beiden Produktdesignerinnen Carolin ​van Eupen und Regina Winther starteten ihr eigenes Yogalabel kaala aus einem eigenen Bedarf heraus. Eine Tasche zum Transport der Yogamatte, die aber auch im Alltag und ohne Matte schick aussieht. Funktionalität und Mode zu fusionieren, das wollten die beiden Gründerinnen erreichen. Und als kein Modelabel-Auftrag folgte, machten die beiden einfach ihr eigenes Ding. Wie die Gründerarbeit auch als Mompreneur effizient funktioniert und ​Tipps ​für angehende Unternehmerinnen, das erzählte uns Gründerin Regina Winther im FEMPRENEUR Interview!

Du bist leidenschaftliche Yogini, langjährige Businessfrau und freie Produktdesignerin mit kaala yoga bringst du nun all das unter einen Hut. Welche Motivation steckt dahinter?

Mich motiviert es, Ideen umzusetzen, an die ich glaube. Unabhängig von Auftraggebern zu sein, Entscheidungen nach meinem Bauchgefühl zu treffen und direkt auszuprobieren, was funktioniert.

Mich motiviert es, Ideen umzusetzen, an die ich glaube.

Auf kaala yoga bietet ihr funktionale Yogataschen und Rucksäcke an, die ihr selbst entwickelt habt. Wie seid ihr auf diese Idee gekommen? Und welche konkreten Umsetzungsschritte habt ihr daraufhin gemacht?

Die Idee entstand aus eigenem Bedarf: Mir fehlte eine Tasche, mit der sich gut eine Yogamatte transportieren lässt, die ich aber auch ohne Matte gerne mit mir herumtrage und die weder nach Fitness-Studio noch nach Esoterikladen aussieht. Ich hatte die Idee zunächst einem Yoga-Bekleidungslabel angeboten. Sie kam auch gut an, aber als doch kein Auftrag folgte, beschloss ich, es selbst zu machen.

Die Idee entstand aus eigenem Bedarf.

Die ersten Umsetzungsschritte (Entwurf, Modelle nähen, einen Produzenten finden und für die ersten Prototypen zu briefen) waren für mich Dinge, die sowieso zu meiner täglichen Arbeit gehörten, deshalb war der Anfang weniger herausfordernd als der Teil, der nach der Produktentwicklung kam.

Nachhaltigkeit und Umweltschutz liegen dir besonders am Herzen was bedeutet das für kaala yoga?

Neben dem Verwenden recycelter Materialien, war es uns wichtig langlebige Produkte zu entwickeln. Und zwar sowohl in Bezug auf die Materialqualität und Verarbeitung als auch gestalterisch: Wir orientieren uns nicht an Trends, sondern wollen funktionale Produkte mit einem klaren und reduzierten Design, das lange benutzt und gemocht wird, anbieten.

Unser Außenmaterial, Nylon, ist extrem robust und wird zu 100% aus Industrieabfällen hergestellt, die bei der Produktion von Nylongarn anfallen. Als Innenfutter verwenden wir einen Stoff, der zu 100% aus PET Flaschen recycelt wird.

​Es ist uns wichtig, langlebige Produkte zu entwickeln.

Yoga liegt absolut im Trend, das Angebot an Kursen, Retreats, Produkten und Equipment ist dementsprechend groß. Was macht ihr bei kaala yoga anders? Was macht euer Yogalabel besonders?

Wir haben uns vor allem Gedanken über den Alltag der Menschen gemacht, für die wir Produkte machen wollen: Frauen und Männer, zu deren vollen Tagen Job, Familie, Sport und Reisen gehört, die sich wohl in ihrem Körper fühlen möchten und die, genau wie wir, bewusste Konsumentenscheidungen treffen wollen.

Die​ Fusion von Alltag und Yoga​ macht die kaala Produkte besonders.

Dabei sind Produkte mit vielen funktionalen Details herausgekommen: z.B. kann das Volumen des Rucksacks erweitert werden, sodass die Matte innen transportiert werden kann und bei Regen nicht nass wird wird. Wieder auf normale Daypack – Größe gefaltet, transportiert er einen Laptop.

Diese Fusion von Alltag und Yoga, bzw. Funktionalität und Mode ist es, was die kaala Produkte besonders macht.

Du hast zusammen mit deiner Mitgründerin Carolin gegründet. Woher kennt ihr euch und wie kam es zu Entscheidung zusammen gründen zu wollen?

Wir sind beide Produktdesignerinnen und arbeiten schon sehr lange zusammen, früher angestellt und die letzten Jahre freiberuflich in der selben Ateliergemeinschaft.

Trotz des gleichen Hintergrundes bringen wir unterschiedliche Erfahrungen und Talente ein und ergänzen uns ziemlich perfekt.

Ihr steht mit eurem Business noch am Anfang und habt derzeit eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext gestartet. Welche Tipps hast du auch mit schmalem Budget zu gründen?

Wir haben darauf geachtet, dass wir hohe laufenden Kosten und Schulden vermeiden. Die meisten Ausgaben sind in Honorare für Freelancer und die Produktentwicklung geflossen und konnten aus den Einnahmen unserer Freelance Jobs, die wir parallel gemacht haben, finanziert werden.

Wir haben darauf geachtet, dass wir hohe laufenden Kosten und Schulden vermeiden.

Ansonsten können wir nur empfehlen, sich mit anderen Gründer*innen zu vernetz​en und zu unterstützen. Meetups sind z.B. ideal, um sich auszutauschen und andere Gründer*innen zu treffen, die vielleicht schon einen Schritt weiter sind.

Die Handelskammer bietet auch viele kostenlose Beratungsangebote an.

Du und deine Mitgründerin, ihr seid auch Mompreneurs. Welche Tipps hast du für Gründerinnen-Teams, die auch Mamas sind, sich gegenseitig zu unterstützen und das Business erfolgreich zu gestalten? Wie findet ihr Ausgleich im stressigen Gründer- und Familienalltag?

Wir Mompreneurs müssen effizient mit unserer Zeit umgehen. Bis in die späten Abendstunden im Co-Working Space sitzen, wie in der Startup Szene üblich, funktioniert für uns nicht – der späte Nachmittag und Abend ist normalerweise für Familienzeit reserviert.

Wir Mompreneurs müssen effizient mit unserer Zeit umgehen.

Zwar sitzen wir öfters auch abends, wenn die Kinder im Bett sind, noch am Laptop, aber unser Ziel ist es, so strukturiert zu arbeiten, dass wir Zeit für unser Business UND Familie haben. Wir sind beide in der selben Situation und organisieren unsere Arbeit so, dass das auch klappt.

Ausgleich zu diesem herausforderndem Alltag, ist die Zeit mit unseren Kindern, draußen in der Natur sein und Zeit für uns selbst und natürlich für Yoga einzuplanen.

​Foto Credits: Lena Jürgensen und Malte Metag

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Native Post. Wenn du auch auf FEMPRENEUR erscheinen willst, dann informier dich gerne hier.

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